Selbstüberwindung im Bewerbungsprozess

Bin ich zu alt oder sind die anderen zu unflexibel?

Matthias Jung, „Pfarrer, evangelisch, Radfahrer und Fotograf, neugierig auf die digitalen Weiten“ hat einen Artikel geschrieben „Leben als Fragment zwischen Wollen und Können„. Das hat mich inspiriert, es auf mein Bewerbungsprojekt zu übertragen, weil es das ist, was mich zur Zeit am meisten beschäftigt.

Matthias Jung:

„Ich glaube, dass die Klage (hier) hilfreich sein kann. Die Klage beklagt meine Grenzen und so kommt mein Wollen und Nicht-Können in den Blick. Klagen nimmt die Spannung von Schmerz und Sehnsucht auf und fasst sie in meiner Situation in Worte. Anders gesagt: Sie beschreibt die Spannung zwischen Schmerz und Sehnsucht und führt mir vor Augen, dass mein Leben ein Fragment ist und bleibt.“

Unter diesem Aspekt sehe ich meine Nicht-Bewerbung bei …. (ich möchte hier keine Unternehmensnamen nennen). Als Klage auf das, was ist. Und mit dem Schreiben und schließlich Absenden habe ich mir Erleichterung verschafft. Ich konnte darüber und über mich lachen! Das ist das Entscheidende. Das ist die Qualität, die diese meine Klage ausmacht. Ich habe gehandelt.

Was also ist passiert:
Vor einer Woche habe ich eine Nicht-Bewerbung abgeschickt.
Warum? Ich hatte die Ausschreibung – wie üblich – intensiv beackert, also Zeit und Brain reingesteckt. Um zu dem Ergebnis zu kommen, dass die mich sowieso nicht nehmen werden und dass diese Stelle mir auch nicht die Perspektive bietet, nach der ich suche. Sollte diese intensive Beschäftigung aber nun umsonst gewesen sein? Das fand ich schade. Außerdem habe ich nächste Woche Termin beim Arbeitsamt und die wollen meine „Eigenbemühungen“ sehen. Also schickte ich diesen Brief. Referent Marketing

Eine Woche später

Diese Nicht-Bewerbung war sozusagen – und unbewusst – das Ausräumen eines Hindernisses, das mich gehindert und belastet hat: nämlich die Annahme, ich bräuchte mich auf gewisse Stellenausschreibungen gar nicht bewerben, weil ich zu alt bin und nicht in solch ein junges Team passe. Es war dieses Wollen aber nicht Können – aus den zuvor genannten Gründen. Ich möchte gern in einem Unternehmen mit flachen Hierarchien und Freiräumen für Freigeister arbeiten – wie sie oft von einem Startup geboten werden – aber ich kann nicht, weil ein Startup nur für junge Leute ist. Mein Wollen ist auf diese Weise begrenzt. Mit dieser Nicht-Bewerbung bin ich dieses Hindernis aktiv angegangen –um dann, nur eine Woche später, mich genau bei einem solchen Unternehmen zu bewerben! Es geht nicht darum, ob ich die Stelle bekomme oder nicht, es geht darum, dass ich das Hindernis überwunden habe und wie ich mich dadurch fühle: gestärkt.

Über onlinemeier

Online-Redakteurin Beschwerdemanagement Kundenservice
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Eine Antwort zu Selbstüberwindung im Bewerbungsprozess

  1. Myciall schreibt:

    Wow! *claps hands*

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